Faserarten von Asbest

Der Begriff Asbest fasst eine ganze Gruppe natürlicher Minerale aus der Gruppe der Silikate zusammen. Den chemischen Grundbaustein von Silikaten bilden vier Sauerstoffatome mit einem Siliziumatom in deren Mitte.

Alle Silikatminerale der Asbestgruppe haben neben dem chemischen Basisaufbau physikalische Eigenschaften gemeinsam. Sie sind chemisch sehr stabil zum Beispiel gegenüber Säuren, sehr widerstandsfähig gegen Hitze und äußerst langlebig.

Beim Betrachten der Gesundheitsgefährdung kann Asbest in zwei Gruppen unterteilt werden. Die erste Gruppe ist der Chrysotilasbest. Dieser wird auch als Weißasbest oder Serpentinasbest bezeichnet. Die Fasern von Chrysoltil sind lang und gewellt. Diese Fasern kann der Körper zum großen Teil aus der Lunge abtransportieren, aber nicht auflösen. Teilweise in den Lungenbläschen verbleibende Fasern sind also trotzdem ein möglicher Auslöser von Vernarbungen oder Krebserkrankungen.

Deutlich gefährlicher ist die zweite Gruppe Asbeststoffe, die über lange und sehr gerade Fasern verfügen. Die können auf Grund der Länge und Struktur überhaupt nicht aus der Lunge entfernt werden und gelten als gefährliche Auslöser von Mesotheliomen und Pleurafibrose, der Vernarbung des Lungengewebes. Zu dieser Gruppe gehören Krokydolith, auch als Bausasbest bekannt, Amosit (Braunasbest) und Tremolith.

Die Gefährlichkeit von Asbest bleibt unberechenbar, denn auch der etwas „sichere“ Chrysolith ist oft mit anderen Asbestarten wie Krokydolith vermischt. Darüberhinaus bestimmt auch der Grad der Gebundenheit, wie groß die Wahrscheinlichkeit auf eine Faserfreisetzung ist. Oft befindet sich im Bodenbelag Asbest. Bei Vinyl-Asbest-Platten ist der Asbestanteil fest verbunden. Diese setzen im unversehrten Zustand wenig oder keine Asbestfasern frei. Anderer Bodenbelag wie Cushion-Vinyl hat eine äußerst schwach gebundene Unterseite aus Asbest, die sehr leicht viele Fasern freisetzen kann.